70 Prozent mehr Tragfähigkeit durch Carbonvorspannung beim Brückenbau

Das Wetter hinterlässt an Betonbauten oft Spuren, die hohe Instandsetzungskosten verursachen. Wie sich diese durch nachhaltige Bauweisen verringern lassen, erforschen Wissenschaftler in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt.

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70% mehr Tragfähigkeit durch Carbonvorspannung beim Brückenbau © Solidian GmbH

Bei Betonbrücken treten häufig Korrosionsschäden an der Betonstahlbewehrung (das ist die eigentliche Verstärkung der Baustoffe) auf. Zur Verlängerung der Lebensdauer von Brücken gibt es jetzt ein Forschungsprojekt, das - zunächst nur an Fußgängerbrücken - eine ausschließlich nichtmetallische Bewehrung testet.

In den letzten Jahrzehnten rückte das nachhaltige Bauen immer stärker in den Fokus von Wirtschaft, Politik und Forschung. Gerade bei öffentlichen Bauten besteht ein hoher Bedarf an nachhaltigen Bauweisen, um Instandsetzungskosten zu verringern, die Umwelt zu schonen und zugleich architektonisch ansprechend zu bauen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Forschungsprojekt CFC-SYS, das nach einer Lösung für die Herstellung von dauerhaften und nachhaltigen Brücken ohne wesentliche Instandsetzungskosten sucht. Möglich wird dies durch die Kombination einer neuen Bewehrung aus nichtkorrosivem carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) und selbstverdichtendem Hochleistungsbeton. Durch die höhere Tragfähigkeit der Bewehrungselemente aus CFK (die Vorspannkräfte werden dadurch um bis zu 70 Prozent erhöht) kann zudem die Anzahl der tragenden Elemente reduziert werden.

Das Projekt wird seit September 2015 durch das Institut für Bauforschung und dem Institut für Massivbau der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen durchgeführt.

Weitere Informationen: http://ow.ly/ypLN30h2QiR