Agentur für Sprunginnovationen

Kreative Ideen, schneller Transfer in den Markt – und Mut zum Risiko: Das ist die Grundlage für revolutionäre Innovationen wie das Smartphone. Solche „disruptiven“ Innovationen fördert das BMBF künftig mit der „Agentur für Sprunginnovationen".

Die Agentur für Sprunginnovationen soll flexibel und schnell den Weg von der Idee zum innovativen Produkt bereiten.

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Streaming statt DVD, Smartphone statt nur Telefon: Was für viele Menschen heute wie selbstverständlich zum Alltag gehört, begann einst in den Köpfen visionärer Denker und Firmengründer. Sie hatten Ideen, die später ganze Märkte tiefgreifend verändern sollten – und alte Technologien überflüssig machten. Die Fachwelt spricht dabei von Sprung- oder „disruptiven“ Innovationen.

Etwas Neues wagen

Deutschland ist ein Innovationsland: Es ist stark in Wissenschaft und Forschung. Es verbessert stetig seine Technologien, Produkte und Dienstleistungen. Es ist Europameister bei Patentanmeldungen und behauptet sich im internationalen Wettbewerb. Damit das auch in Zukunft so bleibt, muss Deutschland alle Potentiale voll ausschöpfen und auf dem Weg von der Idee zum innovativen Produkt noch schneller werden.

Agentur für Sprunginnovationen: flexibel und schnell

Den großen „Sprung“ soll künftig die „Agentur für Sprunginnovationen“ ermöglichen, deren Gründung – geplant für Herbst 2019 – eine Kommission aus Mitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik im Auftrag des Bundesforschungs- und des Bundeswirtschaftsministeriums begleitet hat. Die Agentur soll ein flexibles und schnelles staatliches Förderinstrument sein. Damit möchten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Durchbruch hochinnovativer Ideen in den Markt unterstützen und beschleunigen. Oberstes Ziel der Agentur ist die Entdeckung und Weiterentwicklung von Forschungsideen, die das Potenzial zur Sprunginnovation haben. Unter diesen künftig zu fördernden Projekten fällt auch die Gründung neuer Tochtergesellschaften, die wiederum neue Unternehmungen und damit Arbeitsplätze in Deutschland schaffen.

Innovationsentrepreneure treiben die Sprunginnovationen voran

Die besten Ideen entstehen im Wettbewerb der klügsten Köpfe: Daher werden Innovationswettbewerbe zu gesellschaftlichen Herausforderungen („Challenges“) ein Instrument der Förderung sein. Zudem werden die Ergebnisse bestehender Forschungs- und Entwicklungsarbeiten mit Sprunginnovationspotenzial untersucht, um sie als Schnellboote für den Transfer in den Markt vorzubereiten. Die Agentur setzt dabei auf einen personenzentrierten Ansatz: Innovationsentrepreneure sollen mit größtmöglichen Freiräumen bei der Steuerung die Vorhaben vorantreiben. Ihre Aufgabe ist es auch, die Markteinführung vorzubereiten. Hierfür werden sie der Kopf einer eigenen Tochtergesellschaft der Agentur und leiten ihr eigenes Team.

Wie wird gearbeitet?

Die Agentur wird themenoffen und in einer Kultur geprägt von Risikobereitschaft, Flexibilität und Fehlertoleranz wirken. Die Themenfindung wird durch einen Bewertungsprozess in der Agentur stattfinden. Drei Pilotinitiativwettbewerbe hat das BMBF bereits gestartet – die Wettbewerbe „Energieeffizientes KI-System“, „Organersatz aus dem Labor“ und „Weltspeicher“.

Kurz notiert: Wichtige Fakten im Überblick

  • Die Agentur wird klein, flexibel und durchschlagkräftig sein.
  • Der Bund ist Gesellschafter der Agentur.
  • Zwei Geschäftsführer(innen) werden die Agentur leiten.
  • Zehn Mitglieder aus Wissenschaft, Wirtschaft, Ministerien und Politik werden im Aufsichtsrat der Agentur sitzen.
  • Standort der Agentur ist Leipzig
  • Die Agentur wird bundesweit präsent sein und sich international vernetzen.