Bewerbungstraining mit einem Roboter

Roboter und andere Systeme mit Emotionserkennung könnten künftig dabei helfen, sich auf schwierige Situationen in Beruf und Alltag vorzubereiten. Das Bundesforschungsministerium fördert die Entwicklung solcher Systeme.

Systeme mit Emotionserkennung können helfen, sich auf schwierige Situationen vorzubereiten. © DFKI GmbH

Sie achten auf die Stimmlage, analysieren die Gestik und Mimik, fangen jedes Körpersignal in Echtzeit ein – und blicken somit tief in die menschliche Gefühlswelt: Weil sie das können, sind mit moderner Sensortechnik ausgestattete Roboter ideale Trainingspartner, um sich auf schwierige Situationen wie Bewerbungs- oder Verhandlungsgespräche vorzubereiten. Denn unter Stress verrät die Körpersprache oft mehr über einen Menschen, als ihm lieb ist. Im Förderschwerpunkt „InterEmotio“ unterstützt das Bundesforschungsministerium Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine neue Generation von technischen Assistenten entwickeln. Diese können den Menschen verstehen und auf dessen Gemütszustand reagieren. So kann neue komplexe Technik in verschiedensten Alltagssituationen zu mehr Lebensqualität beitragen.

Avatar erkennt Gemütslage des Bewerbers

Sich beim Bewerbungsgespräch erfolgreich zu präsentieren, ist vor allem für jugendliche Bewerber eine ungewohnte Situation. Nicht selten verrät dabei die Körpersprache die eigene Aufregung oder gar Angst. Doch wer die verräterischen Signale seines Körpers kennt, kann sich auf schwierige Ausnahmesituationen vorbereiten. Das Projekt EmpaT unter Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz entwickelt deshalb ein virtuelles empathisches Trainingssystem für Bewerbungssituationen. Kandidaten führen ein mit einem Avatar simuliertes, individuelles Bewerbungsgespräch. Der Avatar erkennt die Gemütslage des Bewerbers, reagiert darauf und gibt ein persönliches Feedback. Durch die Echtzeit-Analyse sozialer Signale kann der Avatar den Bewerbungsdialog einfühlsam gestalten.

Stimme, Sprache und Mimik verraten Emotionen

Ermöglicht wird Emotionserkennung durch körpernahe Sensoren, Mikrofone und Kamerabilder. Anhand von Stimme, Sprache, Mimik und anderen Faktoren wie Blickrichtungen und Posen erkennt der persönliche Assistent, wie es seinem menschlichen Gegenüber geht. In Echtzeit gibt er unterstützende Hinweise. Solche Dialogsysteme können künftig in unterschiedlichen Situationen zu persönlichen Assistenzsystemen avancieren, wie etwa in der Pflege, am Arbeitsplatz oder als Serviceroboter in den eigenen vier Wänden.

„Sozial- und emotionssensitive Systeme für eine optimierte Mensch-Technik-Interaktion“ (InterEmotio)

Im Forschungsschwerpunkt InterEmotio, der vom Bundesforschungsministerium gefördert wird, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 14 Projekten, wie sich menschliche Emotionen messen lassen und wie Roboter darauf reagieren können. Vom 31. Januar bis 1. Februar treffen sich rund 75 Forscherinnen und Forscher aus den Verbundprojekten in Bonn, um sich über die Ergebnisse ihrer Arbeit auszutauschen.