Coronavirus: Das ist der Stand bei der Impfstoff-Entwicklung

Weltweit forschen Menschen an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neue Coronavirus. Auch Deutschland und das BMBF sind beteiligt. Erste klinische Tests laufen bereits. Doch es ist Geduld gefragt: Ein Impfstoff muss wirksam und sicher sein.

Die Corona-Epidemie stellt die Menschen in Deutschland und weltweit vor eine so nie dagewesene Herausforderung. Trotzdem ist das BMBF überzeugt, dass diese Herausforderung gemeistert werden kann. Die Gesellschaft kann auf die Forschung setzen – weltweit und in Deutschland. Forscherinnen und Forscher arbeiten unter Hochdruck an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus. Das ist das beste Mittel, um das Virus zurückzudrängen. Nur mit einem Impfstoff kann die Welt wieder dauerhaft zu einer Form der Normalität zurückkehren.

Nach Angaben der WHO sollen weltweit 180 Impfstoffentwicklungen gegen das Corona-Virus angelaufen sein. 35 Impfstoffkandidaten befinden sich derzeit in klinischen Studien (Phase 1-3), 145 werden in präklinischen Studien erprobt (Mehr dazu: WHO – DRAFT landscape of COVID-19 candidates vaccines. Stand: 09. September 2020).

Auf dieser Liste der Institute und Unternehmen finden sich auch die deutschen Firmen BioNTech und CureVac sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung gemeinsam mit der Firma IDT. BioNTech und CureVac haben bereits mit klinischen Prüfungen im Menschen begonnen. Das sind längere Testphasen, die sich über drei Stufen erstrecken (BioNTech: Phase 3 / CureVac Phase 1 & 2 kombiniert). Wie sich diese Testphasen entwickeln, kann sehr schwer vorhergesehen werden. Mit Prognosen muss man daher sehr vorsichtig sein.

Internationale Impfstoffallianz CEPI treibt Forschung voran

Das Gute ist, dass die Forschenden im Fall von Corona nicht bei null anfangen. Andere Corona-Viren wie MERS und SARS kennen sie bereits. Darum gab es auch relativ rasch einen diagnostischen Test. Das ist von unschätzbarem Wert.

SARS-CoV-2 (COVID-19)
Das neue SARS-Coronavirus-2 unter dem Elektronenmikroskop (Maßstab: 100 nm). © Robert Koch-Institut

Die Impfstoffforschung wird insbesondere auch durch die internationale Impfstoffallianz CEPI vorangetrieben. Die Welt hat also aus der Ebola-Epidemie gelernt. Deutschland hat seinen Beitrag in diesem Jahre kürzlich um 140 Millionen Euro erhöht und beabsichtigt im kommenden Jahr weitere 90 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Bundesforschungsministerium hat über diese Aktivitäten informiert. CureVac gehört zu den weltweit neun Instituten, die von CEPI nach aktuellem Stand beauftragt sind.

BMBF stärkt nationale Impfstoffforschung

Die internationalen Maßnahmen werden durch das nationale Engagement des Bundesforschungsministeriums in der Impfstoffforschung ergänzt. Für die Stärkung und Beschleunigung der Entwicklung von Impfstoffen hat das BMBF ein Sonderprogramm mit einem Volumen von bis zu 750 Millionen Euro gestartet. Ziel ist es, klinische Prüfungen zu fördern, Studienkapazitäten auszubauen und die Produktionskapazitäten für die zu prüfenden Impfstoffkandidaten zu erhöhen. Dadurch soll es auch ermöglicht werden, besondere Zielgruppen in Deutschland (z. B. Gesundheitspersonal oder verschiedene Altersgruppen) in größerem Umfang in die klinischen Prüfungen einzuschließen. So soll gewährleistet werden, dass in Deutschland schon frühzeitig viele Personen im Rahmen der klinischen Studien geimpft werden. Zudem soll die Produktion in Deutschland und weltweit rasch und in großem Umfang gestartet werden können, sobald ein Impfstoff gefunden wurde.

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines Impfstoffs sind also sehr gut. Und dennoch kann heute niemand genau vorhersagen, wann ein Impfstoff für breite Bevölkerungsschichten zur Verfügung steht. Wir brauchen also leider Geduld. Aber wir können die Hoffnung haben, dass ein Impfstoff gefunden wird.

Ein Impfstoff muss wirksam sein – also tatsächlich vor der Krankheit schützen. Und er muss sicher sein – das bedeutet, er darf keine Gesundheitsschäden verursachen. Darum muss ein Impfstoff ausreichend getestet werden. Dabei ist klar: Je schneller der Impfstoff der gesamten Bevölkerung zur Verfügung steht, desto besser.