Den Krebs besiegen, bevor er entsteht

Mehr als jede dritte Krebserkrankung ist vermeidbar. Denn viele Tumore gehen auf unseren Lebensstil zurück. Ein neues Zentrum soll nun die Forschung zur Krebsprävention stärken – und eine Beratungsstelle für Bürgerinnen und Bürger sein.

Gemeinsam gegen den Krebs (v.l.): Gerd Nettekoven (Deutschen Krebshilfe), Professor Michael Baumann (DKFZ), Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellen die Pläne für das Nationale Krebspräventionszentrum vor.

© BMBF/Hans-Joachim Rickel

Nicht rauchen, wenig Alkohol, viel Sport: Ein gesunder Lebensstil ist das beste Mittel gegen Krebs. Denn durch unser Verhalten könnten wir bis zu 40 Prozent der Krebserkrankungen verhindern. Krebsprävention ist daher ein Schwerpunkt der Nationalen Dekade gegen Krebs, die das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit weiteren Partnern im Januar 2019 gestartet hat. Nun wollen die Dekaden-Partner die Präventionsforschung und -beratung weiter stärken: In Heidelberg soll ein Nationales Krebspräventionszentrum entstehen. Das gaben Michael Baumann vom Deutschen Krebsforschungszentrum und Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe gemeinsam mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsministern Jens Spahn heute in Berlin bekannt.

Menschen besser schützen

„Der Kampf gegen den Krebs fängt bei der Prävention an. Wir wollen ihn gar nicht erst entstehen lassen", sagt Ministerin Karliczek. Dafür müssten wir alle auch Verantwortung übernehmen – vor allem in der Gesundheitsvorsorge. "Jeder einzelne kann schon heute viel dafür tun, bekannte Krebsrisiken zu vermeiden. Doch leider gibt es auf diesem Gebiet noch viele Unbekannte. Deshalb verstärken wir die Forschung zur Krebsprävention", so Karliczek. Das neue Nationale Präventionszentrum habe die Chance, eine tragende Säule der Dekade zu werden und dadurch die Menschen besser zu schützen.

Mit Forschung und Aufklärung gegen den Krebs

Das Präventionszentrum soll in Partnerschaft zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe betrieben werden. So führen die Partner zwei entscheidende Komponenten im Kampf gegen den Krebs zusammen: Forschung und Aufklärung. Mit einer ambulanten Präventionsklinik und einem Bürger-Informationszentrum wollen die Partner die Kräfte der Krebsforschung bündeln und dafür sorgen, dass Forschungsergebnisse schnell bei den Menschen ankommen.

Krebspräventionswoche

Zum Auftakt ihrer Zusammenarbeit haben das DKFZ und die Deutsche Krebshilfe die 1. Nationale Krebspräventionswoche ausgerufen. Vom 10. bis 13. September 2019 wollen sie damit der Krebsprävention unter dem Motto „Prävention ist machbar, Herr Nachbar! Aktiv gegen Krebs“ Gehör verschaffen.

Während der Präventionswoche kann Jeder und Jede unter 0800 – 420 30 40 oder 0800 – 807 08 87 anrufen und sich bei Expertinnen und Experten über Prävention informieren. Im Fokus stehen Ernährung, Bewegung und HPV-Impfung bei Jungen.