„Der Klimawandel kann nicht von einem Land alleine gelöst werden"

"Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, mit denen die Welt konfrontiert ist", sagt Josefina Hamutoko. Die Geologin nimmt am Programm "climapAfrica" teil, mit dem das BMBF zukünftige Führungskräfte in der Klimaforschung fördert.

Hamutoko
Mit dem Programm „climapAfrica“ fördert das BMBF zukünftiger Führungskräfte in Klimaforschung und Klimaschutz in Afrika. Eine davon ist Dr. Josefina Tulimevava Hamutoko. © Josefina Tulimevava Hamutoko

bmbf.de: Frau Hamutoko, nach Ihrer Promotion im Rahmen eines SASSCAL-Forschungsprojekts nehmen Sie am anschließenden Forschungsprogramm climapAfrica teil. Was ist für Sie das Besondere an diesem Programm?

Josefina Tulimevava Hamutoko: Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, mit denen die Welt derzeit konfrontiert ist, und da es sich um ein globales Problem handelt, kann es nicht von einer Person, einem Land oder einem Kontinent allein gelöst werden. Es erfordert gemeinsame Anstrengungen von verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven. Dieses Programm ist etwas Besonderes, weil es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Teilen Afrikas und unterschiedlichen Fachgebieten mit deutschen Expertinnen und Experten zusammenbringt, um Lösungen und Anpassungsstrategien für Herausforderungen zu finden, die der Klimawandel mit sich bringt. Außerdem gefällt mir sowohl am Förderprogramm climapAfrica als auch an SASSCAL, dass die transdisziplinäre Forschung gemeinsam mit Afrikaner:innen und nicht in Afrika von Nicht-Afrikaner:innen durchgeführt wird.

Was ist das Ziel der verschiedenen Arbeitsgruppen im climapAfrica Programm und was ist Ihr Schwerpunkt?

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Die Geologin Dr. Josefina Tulimevava Hamutoko promovierte in einem SASSCAL-Forschungsprojekt © Josefina Tulimevava Hamutoko

Die Arbeitsgruppen sind eine einfache Möglichkeit, die Teilnehmenden des Programms, die an ähnlichen Forschungsthemen arbeiten, für den Austausch von Wissen, Ideen und Fähigkeiten zusammenzubringen. Ich persönlich nehme an der Arbeitsgruppe „Klimawandel und Modellierung“ teil. Unser Hauptziel ist es, mit Hilfe verschiedener Modellierungstechniken zum Verständnis vergangener, gegenwärtiger und/oder zukünftiger Reaktionen der Umwelt auf den Klimawandel beizutragen. Mein Thema zielt darauf ab, den Wissensstand über Hydrologie sowie über die Nutzung und das Management von Feuchtgebieten zu verbessern. Dafür führe ich eine Bestandsaufnahme und Bewertung des Cuvelai-Basin durch – ein grenzüberschreitendes Flusseinzugsgebiet zwischen Namibia und Angola.

Sehen Sie die Möglichkeit, dass die Forschungsergebnisse aus Ihren Arbeiten auch für andere afrikanische Regionen relevant sind?

Definitiv. Meine Forschung ist Teil eines größeren Projekts, das unter dem Namen "WeMAST" bekannt ist. Kurz zusammengefasst wird das WeMAST-Projekt eine auf der Erdbeobachtung (EO) basierende Plattform entwickeln und in die Anwendung bringen, die nachhaltige Bewertungs- und Überwachungsdienste für Feuchtgebiete unterstützt, Politik- und Managementpraktiken in der SADC-Region (SADC: Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika) voranbringt und frei zugängliche satellitengestützte EO-Daten nutzt. Daher sollte diese Arbeit auch für andere afrikanische Regionen realisierbar sein. Wenn wir wissen, welche Open-Source-EO-Daten für afrikanische Länder für die Art von Bewertung, die wir in diesem Projekt durchführen, zur Verfügung stehen, werden auch andere Regionen einen Wissensvorsprung erhalten, da die Daten bereits zur Verfügung stehen.

Das Netzwerk im Rahmen von climapAfrica soll auch dazu dienen, afrikanischen Forschenden, die im Ausland studiert haben, nach ihrer Rückkehr weiterhin wissenschaftliche Kontakte zu ermöglichen. Wie sind Ihre Erfahrungen bisher damit?

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich dem BMBF wirklich dankbar bin. Mein Masterstudiengang wurde vom DAAD durch ein SPACES-Programm gefördert, dann meine Promotion durch das Klimakompetenzzentrum SASSCAL, nun der Post-doc durch das climapAfrica-Förderprogramm. Diese Forschungsprogramme werden alle vom BMBF gefördert. Ohne die Unterstützung des BMBF hätte ich diese akademische Laufbahn nicht einschlagen können.

Ich denke, es ist wichtig, dass das climapAfrica-Programm das Netzwerken ermöglicht und die bestehenden Beziehungen stärkt. Es war wirklich sehr nützlich, Menschen aus unterschiedlichsten Institutionen kennenzulernen. Die heutige Welt ist ein globales Dorf, und nur durch multidisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung überleben unsere Karrieren in diesem Dorf. Man weiß nie, wo man sich eines Tages befindet und braucht daher Kontakte in alle Teile der Welt.

Frau Hamutoko, wir danken Ihnen für das Gespräch.

climapAfrica

Das BMBF fördert “climapAfrica“ mit insgesamt 4,5 Mio. Euro. Dieses Programm zur Förderung zukünftiger Führungskräfte in Klimaforschung und Klimaschutz wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) wissenschaftlich koordiniert und operativ umgesetzt. Es umfasst sowohl ein Exzellenz Postdoc-Stipendienprogramm, als auch ein vielfältiges Angebot für Alumni. Bei der Umsetzung kooperiert der DAAD eng mit WASCAL und SASSCAL. Die Alumni-Arbeit wird durch themenspezifische Konferenzen, Workshops und Methodenkurse gestärkt und es werden Fortbildungen im Bereich “Science Policy Advising“ und “Science Management“ an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft angeboten.