„Diese Pandemie darf nicht zu einer Ausbildungskrise werden“

Ministerin Karliczek hat die Gewinner des Wettbewerbs InnoVET bekanntgegeben. Dabei dankte sie den Menschen in systemrelevanten Berufen. Und sie versprach: „Qualifizierung und Weiterqualifizierung ist und bleibt das Kernthema der nächsten Jahre.“

InnoVET
Bundesministerin Anja Karliczek stellt im Rahmen einer Pressekonferenz die Projekte vor, die es in die letzte Stufe des Bundeswettbewerbs InnoVET geschafft haben. Zugeschaltet aus Wien: idw-Geschäftsführer Thomas Mayr. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung: Daran sollen künftig 17 Projekte arbeiten, die dem Bundesbildungsministerium heute von der Jury des Innovationswettbewerbs InnoVET zur Förderung vorgeschlagen wurden. Die Gewinner sind Einrichtungen aus der beruflichen Bildung, aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Sie bilden zusammen Innovations-Cluster.

„Ziel des Wettbewerbs ist es, die Attraktivität und Qualität der beruflichen Bildung weiterzuentwickeln“, sagte Ministerin Karliczek bei der Bekanntgabe der Jury-Entscheidung. Denn klar ist: „Die berufliche Bildung ist eine tragende Säule erfolgreicher Karrieren in Deutschland. Innovationen und damit die Wertschöpfung unseres Landes entstehen aus unserem Know-how – aus gut ausgebildeten Menschen. Genau dafür treiben wir die Innovationen in der Beruflichen Bildung voran“, so Karliczek. Der Wettbewerb InnoVET sei ein „wahrer Meilenstein“ in diese Richtung.

Während die InnoVET-Projekte künftig die „Zukunft gestalten“ sollen, richtete Karliczek ihren Blick auch auf das Hier und Jetzt: „Die vergangenen Wochen und Monate der Pandemie haben uns allen sehr viel abverlangt“, sagte sie. Kurzarbeit, Homeoffice, die Betreuung von Kindern neben der Arbeit: All das habe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – insbesondere Menschen in systemrelevanten Berufen – besonders gefordert. „Menschen in alle diesen systemrelevanten Berufen haben Deutschland am Laufen gehalten, haben mit Kreativität, Flexibilität und Empathie für Stabilität in der Krise gesorgt“, bedankte sich Karliczek.

An den Geschehnissen der vergangenen Wochen könne man sehen, so die Ministerin, was die berufliche Bildung leiste. Daher wolle die Bundesregierung gerade in dieser schwierigen Zeit sicherstellen, dass die Ausbildungsstellen in kleinen und mittleren Betriebe erhalten bleiben. „Diese Pandemie darf nicht zu einer Ausbildungskrise werden“, betonte Karliczek. Das Bundeskabinett hat daher kürzlich die Eckpunkte für ein Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. In den Jahren 2020 und 2021 stehen dafür bis zu 500 Millionen Euro bereit.

„Die Krise stehen wir gemeinsam durch“, sagte Karliczek. Und sie kündigte an, dass Qualifizierung und Weiterqualifizierung daher das Kernthema der nächsten Jahre bleiben würden. Deshalb habe das BMBF das Berufsbildungsgesetz modernisiert und das Aufstiegs-BAföG an moderne Notwendigkeiten angepasst. „Lebenslanges Lernen wird jetzt im beruflichen Aufstieg erstmalig über drei Fortbildungsstufen hinweg bis hin zum ‚Master-Niveau‘ gefördert“, betonte Karliczek. Und sie versprach: „Gerade jetzt werden wir weiter daran arbeiten, dass die Berufliche Bildung mit diesen veränderten Rahmenbedingungen Schritt hält.“