JOBSTARTER plus: das Programm zur Stärkung der beruflichen Bildung

Das Förderprogramm JOBSTARTER plus stärkt die duale Berufsausbildung in Deutschland. Unterstützt werden vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die ausbilden möchten. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Auszubildende im Betrieb
Viele begabte Jugendliche suchen eine Chance, um mit der Ausbildung zu starten. JOBSTARTER plus-Projekte entwickeln innovative Ausbildungskonzepte. © thinkstock

In Nachfolge an das Programm JOBSTARTER fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2014 mit dem Programm „JOBSTARTER plus“ Projekte, die Lösungswege für aktuelle Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt und in der Ausbildung finden sowie zur Strukturentwicklung beitragen. Über 200 Projekte sind bisher an den Start gegangen.

Im Mittelpunkt der Förderung steht die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Ziel ist es, diese für die Ausbildung zu gewinnen und dadurch zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Hilfestellung hierbei leistet das von JOBSTARTER plus entwickelte Externe Ausbildungsmanagement (EXAM). Die Projekte setzen beim EXAM unterschiedliche Schwerpunkte.

„Perspektiven für die berufliche Bildung“ − BMBF-Statuskonferenz zum Programm JOBSTARTER plus

Am 6. und 7. Oktober 2020 präsentiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf der Statuskonferenz „Perspektiven für die berufliche Bildung“ Erfahrungen, Praxisbeispiele und Ergebnisse aus sechs Jahren Laufzeit des Programms JOBSTARTER plus.

Die Teilnehmenden diskutieren über innovative Konzepte aus der Arbeit der JOBSTARTER plus-Projekte im Bereich der Aus- und Weiterbildung, um Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen für Ausbildung zu gewinnen oder diese bei Fragen der Digitalisierung zu unterstützen. Akteure aus der beruflichen Bildungspraxis, -politik und Wissenschaft sind eingeladen, die Ergebnisse mit Blick auf den Transfer und ihre nachhaltige Nutzung zu bewerten und kommende Bedarfe, Herausforderungen sowie Perspektiven für die berufliche Bildung zu identifizieren. 

Nähere Informationen finden Sie unter: www.jobstarter.de/konferenz2020

KMU bei der Digitalisierung begleiten

Aktuell besteht großer Bedarf, KMU an den digitalen Wandel heranzuführen. Dabei gilt der Mangel an qualifiziertem Personal als wesentliches Hemmnis – neben hohen Investitionserfordernissen und Anforderungen an die IT- und Datensicherheit. Einerseits sind Weiterbildungen für das bestehende Personal erforderlich. Andererseits kommt es darauf an, die Ausbildung inhaltlich und methodisch-didaktisch anzupassen, damit Auszubildende die erforderlichen Kompetenzen entwickeln können.

JOBSTARTER plus-Projekte schaffen daher Transparenz über Unterstützungsangebote regional vorhandener Initiativen und Programme zum Thema Digitalisierung und entwickeln und erproben spezielle Beratungsangebote zur Aus- und Weiterbildung. Darüber hinaus initiieren einige Projekte Verbundausbildungen sowie regionale, branchenbezogene Netzwerke.

Intensive Unterstützung für Klein- und Kleinstunternehmen

Immer mehr Klein- und Kleinstunternehmen (KKU) ziehen sich aus der Ausbildung zurück. Einerseits fehlen ihnen häufig die Ressourcen, um ihr Ausbildungsangebot zu bewerben und/oder die Ausbildung durchzuführen. Andererseits kennen Jugendliche oft die Vorteile einer Ausbildung in KKU nicht, wie bspw. kurze Wege zum Chef oder die frühe Übernahme eigenverantwortlicher Aufgaben.

JOBSTARTER plus fördert daher Projekte, die KKU unterstützen, Fachkräfte im eigenen Betrieb auszubilden und so wettbewerbsfähig und wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Sie helfen, die Attraktivität der Ausbildung in KKU zu erhöhen und führen nicht ausbildende KKU an das Thema Ausbildung heran. Des Weiteren unterstützen sie die Suche nach Auszubildenden, die Anbahnung von Praktika und die Durchführung der Ausbildung im ersten Jahr des Ausbildungsverhältnisses.

Gewinnung von Studienabbrecherinnen und -abbrechern für die Ausbildung

Junge Erwachsene, die nach ihrer Ausbildung Fach- und Führungsaufgaben übernehmen oder eine Unternehmensnachfolge antreten möchten, werden dringend gesucht. In dieser Hinsicht sind Studienabbrecherinnen und -abbrecher eine interessante Zielgruppe. Ehemalige Studierende bringen neben Fachkenntnissen ausgeprägte soziale Kompetenzen mit. Sie haben mehr Lebenserfahrung und sind meist reifer und selbstbewusster als Schulabgängerinnen und -gänger.

Kleinere und mittlere Betriebe für diese Zielgruppe zu sensibilisieren und aufzuschließen ist daher Aufgabe einiger JOBSTARTER plus-Projekte. Sie zeigen den Betrieben auf, wie sie Studienaussteigende als Auszubildende rekrutieren können. Des Weiteren bauen sie mit Netzwerkpartnern wie Kammern, Hochschulen und Arbeitsagenturen Beratungs- und Verweisstrukturen für Studienabbrechende auf und beraten (potenzielle) Studienabbrecherinnen und -abbrecher über Anschluss- und Karriereperspektiven in der beruflichen Bildung.

Weitere Informationen

Die JOBSTARTER plus-Projekte, die sich auf die Zielgruppe Studienabbrecher/-innen fokussieren, sind Teil der Initiative zur Gewinnung von Studienabbrechern für die berufliche Bildung, die das BMBF im Mai 2014 gestartet hat. Zur Initiative gehören außerdem eine Forschungsstudie, die Förderung landesweiter Leuchtturmprojekte sowie das Online-Portal studienabbruch-und-dann.de. Das Portal informiert Studienzweifler/-innen und Studienabbrecher/-innen über alternative Qualifizierungswege in und außerhalb der Hochschule.

Hintergrund

JOBSTARTER plus steht im Kontext der
Allianz für Aus- und Weiterbildung 2019-2021
• der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung zur Stärkung der Bildungschancen und Erhöhung der Durchlässigkeit im Bildungssystem
• der BMBF-Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“. J
JOBSTARTER plus wird gefördert aus Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds der europäischen Union (ESF).