Karliczek: Wir fördern die Innovationsnetzwerke von morgen

Clusters4Future: BMBF verkündet die Finalisten der zweiten Wettbewerbsrunde um die Zukunftscluster

Clusters4Future. Finalisten der 2. Wettbewerbsrunde
Clusters4Future. Finalisten der 2. Wettbewerbsrunde © BMBF

Innovationen gelingen dort besonders gut, wo Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Partner in regionalen Netzwerken, sogenannten Clustern, zusammenarbeiten und langfristige, vertrauensgeprägte Transferpfade und Wertschöpfungssysteme entstehen. Mit dem Wettbewerb „Clusters4Future“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) startet eine neue Generation dieser Innovationsnetzwerke – die Zukunftscluster. Im Februar 2021 hatte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek die ersten sieben Zukunftscluster verkündet. Nun wurden die Finalisten der zweiten Wettbewerbsrunde ausgewählt. Aus insgesamt 117 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen hat eine Expertenjury 15 Vorschläge für die Förderung einer Konzeptionsphase empfohlen. Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Deutschlands wirtschaftliche Stärke fußt auf vielen hidden champions, auf den zahlreichen eher unbekannten Innovationstreibern überall in unserem Land. Ihre Innovationskraft ist der Motor des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Weltmeister wird man aber nur im Team, ob im Sport oder in der Wirtschaft. Wir fördern diese Gewinner von morgen daher in Form von regionalen Zukunftsclustern. 

Starke Transferkanäle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sind die Lebensadern unseres Forschungs- und Innovationssystems. Erst durch den Transfer werden Forschungsergebnisse und neue Technologien zu Innovationen und sichern Wohlstand und Lebensqualität.

Wir wissen aus Erfahrung: Innovationen entstehen insbesondere dort, wo sich alle relevanten Partner einer Region in Innovationsnetzwerken verbinden und so langfristige, vertrauensbasierte Strukturen entstehen.

Regionale Innovationsnetzwerke können enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Hebelwirkung erzeugen. Das zeigen beeindruckende Beispiele aus der Clusterförderung des BMBF, wie die Entwicklung der mRNA-Technologie durch BioNTech als Akteur des Spitzenclusters Ci3 in der Rhein-Main-Region oder der Spitzencluster it’s OWL in Ost-Westfalen-Lippe als einer der weltweit führenden Standorte für moderne, digitale Produktionstechnologien.“

Hintergrund:

Mit dem themenoffenen Wettbewerb der Zukunftscluster-Initiative („Clusters4Future“) hat das BMBF im August 2019 unter dem Dach der Hightech-Strategie 2025 eine neue Maßnahme zur Stärkung des Wissens- und Technologietransfers gestartet. Ziel ist, dass relevante Akteure aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und gesellschaftlichen Einrichtungen einer Region sich zusammenschließen und optimal zusammenwirken. Davon profitieren die Menschen im Alltag, die einzelnen Regionen in ihrem Fortschritt und ganz Deutschland im Wettbewerb der weltweit führenden Innovationsstandorte.

Die Bundesregierung plant, in den kommenden zehn Jahren bis zu 450 Millionen Euro für die Zukunftscluster bereitzustellen. Addiert man hierzu noch das zu erwartende mobilisierte private Geld, so kann über eine Milliarde Euro für die regionalen Innovationsnetzwerke in Deutschland aktiviert werden.

Der Auswahl der bis zu sieben Zukunftscluster je Wettbewerbsrunde geht die Förderung einer sechsmonatigen Konzeptionsphase voraus, die mit bis zu 250.000 Euro gefördert wird. In der Konzeptionsphase erarbeiten die Beteiligten in ihren spezifischen Innovations- und Anwendungsfeldern „Clusterstrategien“ sowie die zu ihrer Verwirklichung erforderlichen Projekte der ersten Umsetzungsphase des Clusters. Die in der Konzeptionsphase erarbeiteten Strategien werden von der unabhängigen Expertenjury ausgewertet. Auf Grundlage des Votums der Jury werden dann die Zukunftscluster der zweiten Wettbewerbsrunde Mitte 2022 ausgewählt. Diese können in bis zu drei Umsetzungsphasen über jeweils drei Jahre ihre Konzepte realisieren.

Je Förderrunde sollen bis zu sieben Innovationsnetzwerke gefördert werden. Pro gefördertem Cluster und Jahr sind Fördermittel in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro vorgesehen.

Die sieben Zukunftscluster der ersten Wettbewerbsrunde wurden im Februar 2021 bekannt gegeben. Ab Herbst 2021 werden die ernannten Zukunftscluster in ihre erste von bis zu drei möglichen Umsetzungsphasen starten. Bereits die erste Wettbewerbsrunde, bei der im Februar 2021 die ersten sieben Zukunftscluster ausgewählt wurden, hat eine enorme Mobilisierungskraft und Aufbruchsstimmung in den Regionen hervorgerufen.  

Die nun gestartete zweite Runde setzt diese Entwicklung fort. Aus insgesamt 117 Wettbewerbsbeiträgen hat die hochrangige Expertenjury 15 herausragende Ideen für die nächste Runde empfohlen. Die erfolgreichen Bewerber kommen aus neun Bundesländern und beeindrucken durch eine hohe Vielfalt an Themen und Technologien, von der Entwicklung neuer Nukleinsäure-basierter Therapien und Impfstoffe zur Behandlung von bislang schwer therapierbaren Erkrankungen über smarte Robotik für flexible und ortsunabhängige Teamarbeit von Mensch und Roboter in Handwerk und Industrie bis zur Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) für die Energieversorgung der Zukunft. Alle Finalisten verfügen über das Potential, starke Netzwerke zu den Innovationsfeldern der Zukunft zu bilden. Sie haben nun sechs Monate Zeit, um dafür den nächsten Schritt zu gehen.

Die folgenden 15 Ideenskizzen hat die Expertenjury in der zweiten Wettbewerbsrunde zur Förderung für eine Konzeptionsphase empfohlen (in alphabetischer Reihenfolge, weitere Informationen, auch zu den übrigen Projektpartnern, finden Sie unter: https://www.clusters4future.de/):

  • CNATM – Cluster zur Entwicklung neuer Nukleinsäure-basierter Therapien (Koordinierende Einrichtung: Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • curATime – Cluster für AtheroThrombose und Individualisierte Medizin (Koordinierende Einrichtung: TRON - Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH)
  • DATA – Data-Activated Technology in Ageing (Koordinierende Einrichtung: Universität zu Köln)
  • DualTwins4Industry – Kombination des digitalen Zwillings eines Investitionsgutes mit dem digitalen Zwilling seiner Produktion (Koordinierende Einrichtung: Leibniz Universität Hannover)
  • ETOS – Elektrifizierung Technischer Organischer Synthesen (Koordinierende Einrichtung: Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
  • IC4CES – Entwicklung eines Innovationsclusters für Kognitive Energiesysteme (Koordinierende Einrichtung: Universität Kassel)
  • MePrecise – Der Cluster für Ultrapräzisions- und Mikrotechnologien (Koordinierende Einrichtung: Technische Universität Kaiserslautern)
  • nanodiag BW – Nanoporentechnologie für die molekulare Diagnostik der Zukunft (Koordinierende Einrichtung: Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V., Freiburg im Breisgau)
  • QVLS-iLabs – Quantum Valley Lower Saxony Integration Labs (Koordinierende Einrichtung: Leibniz Universität Hannover)
  • SEMECO – Secure Medical Microsystems and Communications (Koordinierende Einrichtung: Technische Universität Dresden)
  • SENSORITHM Rhein-Main – Selbstlernende Sensorsysteme für Natur und Technik (Koordinierende Einrichtung: Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • SmaRTHI – Smarte Robotik für zeitflexible, immersive und ortsunabhängige Teamarbeit in Handwerk und Industrie (Koordinierende Einrichtung: Technische Universität Chemnitz)
  • TheranosticValleySTR – Diagnose und Therapie von Krebs-, Infektions- und neurologischen Krankheiten (Koordinierende Einrichtung: Eberhard Karls Universität Tübingen)
  • ThWIC – Thüringer Wasser-InnovationsCluster (Koordinierende Einrichtung: Friedrich-Schiller-Universität Jena)
  • Virchow 2.0 – Schaffung eines Innovationsclusters zur Umsetzung zellbasierter Medizin in Berlin (Koordinierende Einrichtung: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC))