Karliczek: Wir schauen in die Zukunft

Zukunftsvorausschau startet – Futurium eröffnet

Die Mitglieder des Zukunftskreises: Sie beraten die Bundesregierung zu Zukunftstrends und Entwicklungen.

© BMBF/Hans-Joachim Rickel

Mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte startet das Bundesforschungsministerium an diesem Donnerstag einen neuen „Foresight“-Prozess der strategischen Vorausschau, mit dem nach Trends und Entwicklungen der Zukunft gesucht wird. Zugleich wird das Futurium als ein Begegnungsort zu Zukunftsfragen eröffnet. Dazu erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

„Wer Entscheidungen für die Zukunft treffen muss, braucht Orientierung in der Gegenwart. Wenn wir heute die Weichen für die Zukunft stellen wollen, müssen wir eine Vorstellung davon haben, wie diese Zukunft aussehen kann und soll. Deshalb müssen wir in die Zukunft schauen und starten an diesem Donnerstag im Bundesforschungsministerium einen neuen Prozess der Strategischen Vorausschau. Ich freue mich, dass am selben Tag in unmittelbarer Nähe meines Hauses mit dem Futurium ein Ort des Dialogs über die Zukunft eröffnet wird. Wir widmen uns also vielfältig der Zukunft und wollen dabei die Bürgerinnen und Bürger beteiligen.

Ein analytischer Blick in die Zukunft spielt für die Deutschen nach einer Umfrage, die mein Haus in Auftrag gegeben hat, eine zentrale Rolle. Über 60 Prozent der Befragten halten es für sehr wichtig, dass die Bundesregierung Zukunftsszenarien durchspielt und notwendige Vorkehrungen trifft. Fast die Hälfte gibt an, keine konkrete Vorstellung von der Zukunft zu haben. Über 40 Prozent sind zudem der Meinung, Zukunftsszenarien sollten sich am gesellschaftlichen Wohl orientieren.

Diese Zahlen bestärken uns darin, dass wir den Prozess der strategischen Vorausschau fortsetzen und intensivieren. Das heißt, wir nähern uns der Zukunft mit wissenschaftlichen Methoden: Welche technologischen und sozialen Entwicklungen werden unsere Gesellschaft verändern? Ein Zukunftsbüro wird uns bei der Suche nach neuen Trends und Themen unterstützen und ein Kreis von renommierten Expertinnen und Wissenschaftlern -  der sogenannte Zukunftskreis - wird uns bis 2022 seine Einschätzungen dazu geben.

Unseren ersten vorausschauenden Blick widmen wir dem Wertewandel in der Bevölkerung. Wir möchten wissen, ob und wie sich der innere Kompass der Menschen verändert und was das für unsere zukünftige Gesellschaft und unser Zusammenleben bedeutet. Was wird die heute junge Generation ihren Kindern mitgeben? „Zukunft der Wertvorstellung der Menschen in Deutschland“ wird unsere erste Studie heißen. Weitere  Zukunftsthemen werden bis 2022 halbjährlich vertieft untersucht.

Uns ist es wichtig, einen offenen Diskurs über die Herausforderungen, Chancen und Risiken, die sich aus den großen Zukunftsfragen ergeben, anzuregen und zu fördern.  Es kommt viel auf uns zu: Die globalen Umweltveränderungen, die fortschreitende Urbanisierung, Quantencomputing, die Umstellung unserer Verkehrskonzepte. Aus diesem Grund wurde auf Initiative der Bundesregierung das "Futurium" geschaffen als Ort des Dialogs zu Zukunftsfragen. Das Futurium bietet Einblicke in die Welt von morgen, will neugierig machen und informieren. Hier können die Besucherinnen und Besucher ihre Zukunftsvorstellungen, Zukunftshoffnungen, aber auch ihre Zukunftssorgen darlegen und debattieren und mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik darüber diskutieren, wie wir unsere Welt von morgen gemeinsam gestalten wollen. Das Futurium wird ein hervorragender Ort des Dialogs werden.“

Hintergrund:

Der aktuelle Prozess der Strategischen Vorausschau des BMBF läuft von 2019 bis 2022 und ist mit insgesamt 6,5 Millionen Euro ausgestattet. Das BMBF führt seit den 90er Jahren systematische Vorausschauprozesse durch.

Für die Suche nach neuen Trends und Entwicklungen wurde ein Zukunftsbüro beauftragt, das halbjährlich eine Trendliste erarbeitet und auch die Werte-Studie durchführt. Erste Ergebnisse werden für Anfang 2020 erwartet. Der Zukunftskreis, ein Kreis aus Strategen verschiedener Disziplinen berät das BMBF zur weiteren Ausarbeitung der vom Zukunftsbüro identifizierten Themen, die für Bildung und Forschung von besonderer Bedeutung sind.

Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des BMBF durchgeführt. Zahl der Befragten: 2.500. Befragungszeit: 29.08 – 30.08.2019

Mehr Informationen zur Strategischen Vorausschau unter vorausschau.de

Am 5. September 2019 wird das "Futurium" eröffnet, ein Ausstellungs- und Veranstaltungsort, der sich den Fragen zur Gestaltung der Zukunft widmet, den permanenten Wandel durch neue Entwicklungen und Erkenntnissen darstellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Das auf Initiative der Bundesregierung gegründete Futurium bringt ein breites Spektrum an Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Stiftungen und Politik zusammen. Für Betrieb und Konzeption des Futuriums ist die unabhängige Trägergesellschaft Futurium gGmbH verantwortlich. Der Bund, vertreten durch das BMBF, trägt 86 % der Gesellschaftsanteile. Die Finanzierung der Gesellschaft erfolgt über Finanzierungsbeiträge der Gesellschafter sowie über eine institutionelle Förderung des BMBF. Hierfür stehen im Bundeshaushalt 2019 mehr als 14,5 Millionen Euro zur Verfügung.