Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung

Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Freigedreht - Programm im Projekt Kultur macht stark. © Bertram Plischke

Die soziale Herkunft wirkt sich nach wie vor auf den Bildungserfolg aus. Mehr als jedes vierte Kind in Deutschland wächst in einer finanziellen, sozialen oder durch ein bildungsfernes Elternhaus geprägten Risikolage auf. Bildungsgerechtigkeit und damit die gezielte Förderung von bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Ziel der Bundesregierung. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2013 das Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ gestartet. Mit dem Programm werden außerschulische Maßnahmen der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren gefördert. Die Maßnahmen werden als Bildungskooperationen – Bündnisse für Bildung – mit mindestens drei Partnern umgesetzt. Bis Ende 2017 haben fast 600.000 Kinder und Jugendliche in mehr als 7.000 lokalen Bündnissen an rund 17.000 Projekten teilgenommen. Ergänzt wurde das Programm im Jahr 2016 durch „Kultur macht stark PLUS“ für geflüchtete junge Erwachsene bis 26 Jahre.

„Kultur macht stark“ ist das größte Programm für kulturelle Bildung in Europa

„Kultur macht stark“ wird bis Ende 2022 fortgesetzt. In den kommenden fünf Jahren stellt das BMBF bis zu 250 Millionen Euro bereit; damit finanziert der Bund die Stärkung benachteiligter Kinder und Jugendlicher mit insgesamt fast einer halben Milliarde Euro. „Kultur macht stark“ ist das größte Programm für kulturelle Bildung in Deutschland und sogar in Europa.

„Kultur macht stark“ wird aktuell von 30 bundesweit tätigen Einrichtungen umgesetzt, die über Kompetenzen und Erfahrungen in der kulturellen Bildung beziehungsweise in der Kinder- und Jugendarbeit verfügen. Darunter der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, der Verband deutscher Musikschulen und der Deutsche Volkshochschul-Verband. Dem Programm liegt ein breites Kulturverständnis zugrunde, das alle Bereiche bis hin zur Medienbildung oder Bewegungs- und Alltagskultur umfasst. Gefördert werden beispielsweise Paten- und Mentorenprogramme, Ferienfreizeiten, Musik-, Tanz-, Theater- oder Zirkusprojekte.

„Kultur macht stark“ ist ein Erfolg

Kinder kreieren ihre eigene Freestyle-Dance Performance in einem Bündnis von Tanzhaus NRW, dem Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und der städtischen katholischen Grundschule St. Elisabeth. © Stefanie Soho

Die begleitende Evaluation bestätigt, dass die Zielgruppe der bildungsbenachteiligten Kinder und Jugendlichen erreicht wird (Abgleich des Monitorings mit Indikatoren der Sozialstatistik sowie eigene Befragungen der lokalen Bündnisse). Die Maßnahmen von „Kultur macht stark“ werden überproportional häufig in Regionen mit überdurchschnittlich ausgeprägten Risikolagen für Bildungsbenachteiligung durchgeführt. Auch die Befragung der lokalen Bündnisse bzw. der Bündniskoordinatoren zeigt, dass die Zielgruppe erreicht wird: In 94 Prozent der Bündnisse für Bildung werden Kinder und Jugendliche erreicht, die sonst nicht an Angeboten der kulturellen Bildung teilnehmen, in 89 Prozent der Bündnisse werden Kinder und Jugendliche aus finanziellen oder sozialen Notlagen oder aus bildungsfernem Elternhaus erreicht. Auch das zweite Ziel des Förderprogramms, die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements, wird erreicht: In rund 90 Prozent der Bündnisse für Bildung sind Ehrenamtliche beteiligt. Durch „Kultur macht stark“ werden bürgerschaftliche Netzwerke initiiert und gefördert.

Infografik © BMBF