Lassafieber: Impfstoffentwicklung kommt entschieden voran

Die internationale Initiative CEPI, an der das Bundesforschungsministerium umfassend beteiligt ist, hat ein Unternehmen mit der Impfstoffentwicklung gegen das Lassa-Virus beauftragt. Anfang März wurde ein entsprechender Vertrag unterzeichnet.

Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Initiative CEPI, deren Ziel es ist, Impfstoffe gegen Erreger zu entwickeln, die zu weltweiten Bedrohungen werden können. © Thinkstock

In Nigeria ist das Lassafieber kürzlich ungewöhnlich stark ausgebrochen.

Um die Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern wie Nigeria künftig zu verbessern, fördert das Bundesforschungsministerium seit Jahren die Erforschung vernachlässigter und armutsassoziierter Krankheiten wie Malaria, HIV oder Ebola. Darüber hinaus beteiligt sich das Bundesforschungsministerium mit 90 Millionen Euro an der „Coalition for epidemic Preparedness Innovations“ (CEPI). Ziel der internationalen Initiative ist es, Impfstoffe gegen Erreger zu entwickeln, die zu weltweiten Bedrohungen werden können. Die Initiative ist eine Konsequenz der Lehren aus der Ebola-Krise, die seit Ende 2014 über 11.000 Menschen das Leben kostete. Bis zum Jahr 2021 soll CEPI Impfstoffe gegen Erreger mit dem größten Pandemiepotential finanzieren. Dazu gehören beispielsweise das Nipah- und Lassa-Virus sowie der Erreger des „Middle East Respiratory Syndrome“, kurz MERS.

Das Lassa-Fieber

Die Erkrankung, die vermehrt in westafrikanischen Ländern auftritt, verläuft meist harmlos, kann jedoch auch tödlich enden. Das Fieber wird durch Lassa-Viren ausgelöst, die häufig von Nagetieren über kontaminierte Lebensmittel übertragen werden. Aber auch eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist möglich. Bislang existiert kein Impfstoff gegen das Virus, das laut Weltgesundheitsorganisation WHO zu den Erregern mit dem größten Pandemiepotential zählt. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Forschung zur Behandlung von Lassafieber sowie die Impfstoffentwicklung.

Vertrag zur Impfstoffentwicklung

Hier ist jetzt ein entscheidender Durchbruch erzielt worden: Bei seiner Sitzung Anfang März 2018 ist es CEPI zum ersten Mal gelungen, einen Vertrag zur Impfstoffentwicklung mit einem Unternehmen abzuschließen. Der Lassa-Impfstoff, der nun von der "Themis Bioscience GmbH" in Wien in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen und dem Institut Pasteur in Paris entwickelt wird, beruht auf einer Plattform-Technologie. So kann der Impfstoff bereits während eines Ausbruchs in klinischen Studien vor Ort getestet werden.

System analysiert Daten und erkennt Bedrohungen

Um Ausbrüche frühzeitig zu erkennen, unterstützt das Bundesforschungsministerium das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und nigerianische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das Virus erforschen. Entscheidend für schnelle Reaktionen bei einem Ausbruch einer gefährlichen Infektionskrankheit sind zudem die Vernetzung und der Austausch von Daten zwischen Forschungslabors und Krankenhäusern. Das gelingt mit dem System SORMAS –„Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System“. Es erfasst und analysiert die Datenlage beim Ausbruch gefährlicher Infektionskrankheiten und erkennt potenzielle Bedrohungen. Dadurch können notwendige Schutzmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden.

Bundesforschungsministerium fördert Forschungsnetzwerke

Vor Ort in Zentral- und Westafrika fördert das Bundesforschungsministerium zwei Forschungsnetzwerke, die sich mit der Bekämpfung neu- und wiederauftretender Krankheiten in der Region befassen, darunter auch mit Lassafieber. Diese Unterstützung ist Teil der „European & Developing Countries Clinical Trials Partnership“, einer Forschungsinitiative der Europäischen Kommission gemeinsam mit europäischen und afrikanischen Partnerländern.