Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung

Nachhaltig handelt, wer die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält. Dabei sind umweltbezogene, wirtschaftliche und soziale Aspekte wichtig.

Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen wurden weltweit 17 Ziele für eine nachhaltige Gesellschaft der Zukunft formuliert. Es gilt nunmehr diese umzusetzen. Die Bedeutung der Bildung für gesellschaftliche Veränderung fasste Nelson Mandela bereits in dem Satz “Education is the most powerful weapon which you can use to change the world” prägnant zusammen. Das Nachhaltigkeitsziel „hochwertige Bildung“ (Ziel 4) ist insofern ein besonders wirksames Instrument. Zur Umsetzung dieses Ziels in Deutschland hat die Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Nationalen Aktionsplan einige Ansätze zusammen getragen. Der am 20. Juni 2017 verabschiedete Aktionsplan beschreibt nicht nur Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen; er gibt zudem Auskunft über dazu bereits eingegangene Verpflichtungen einiger wichtiger Akteure. Auch das Bundesbildungsministerium hat sich als verantwortliches Ressort mit sogenannten Commitments in diesen Prozess eingebracht.

Mit Aus- und Weiterbildung wird der Grundstein gelegt für kompetent nachhaltiges berufliches, aber auch privates Handeln. Berufliche Bildung ist daher für nachhaltige Entwicklung besonders bedeutsam.

BBNE-Förderung des BMBF im Weltaktionsprogramm BNE

Grafik zur BBNE Förderübersicht
Grafik zur BBNE Förderübersicht © BMBF

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Nachhaltigkeit im Berufsalltag

Verantwortung für nachhaltiges berufliches Handeln können Auszubildende, Beschäftigte oder Führungskräfte gleichermaßen übernehmen. Entscheidend ist das Wissen um die Handlungsmöglichkeiten und die Kriterien für die Auswahl der nachhaltigen Alternative. Vorbilder wie Ausbilderinnen, Ausbilder und Lehrkräfte sind daher besonders wichtig. Sie leben nachhaltigen beruflichen Alltag vor. Aus- und Weiterbildung zum entsprechenden beruflichen Wirken müssen deshalb miteinander verknüpft sein.

Die Unterstützung durch die Unternehmensführung ist notwendig, um ein Lern- und Arbeitsumfeld zu schaffen, das Gestaltungsspielräume in der beruflichen Tätigkeit einräumt. Aus- und Weiterbildung sollten insofern in einen nachhaltigen Lernort eingebettet sein.

Es bedarf nachhaltigkeitsrelevanter beruflicher Kompetenzen in einem zunehmend digital gestalteten Arbeitsumfeld und nachhaltig gestalteter Lernorte. Dies fördert das Bundesbildungsministerium im Weltaktionsprogramm BNE.

Auszubildende engagieren sich für Nachhaltigkeit

Auszubildende engagieren sich für Nachhaltigkeit
Auszubildende engagieren sich für Nachhaltigkeit © © JFRcreatives

Auszubildende engagieren sich für Nachhaltigkeit

Neue Förderrichtlinie: „Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung im Transfer für Ausbildungspersonal 2020 - 2022“

Ausbilderinnen und Ausbilder sollen künftige Fachkräfte noch besser für nachhaltiges Handeln qualifizieren können. Gesucht werden Verbünde, die Konzepte, Curricula und Materialien in die Breite tragen.
Die Förderrichtlinie „Berufsbildung für Nachhaltige Entwicklung im Transfer für Ausbildungspersonal 2020 - 2022“ wurde am 01.04.2020 veröffentlicht. In diesem Rahmen fördert das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit 2,5 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) neue Modellversuche zur Verbreitung und Verstetigung erfolgreicher, nachhaltigkeits­bezogener Weiterbildung des betrieblichen Ausbildungspersonals. Damit tragen BMBF und BIBB zur Nationalen Weiterbildungsstrategie, zum Klimaschutzprogramm, zum Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung und den Zielen des Weltaktionsprogramms ESD for 2030 bei.

Abschlussbericht zu der Studie „Kompetenzanforderungen zur Nachhaltigkeit in der Beruflichen Bildung im Kontext der Digitalisierung“

Nachhaltiger beruflicher Handlungsfähigkeit kommt eine wachsende Bedeutung zu. So sollen in der Produktion sowie bei Dienstleistungen ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen Rechnung getragen werden.

Gleichzeitig bestimmen digitalisierte Prozesse zunehmend unseren Arbeitsalltag. Um mit diesen Entwicklungen Schritt halten und sie gestalten zu können, sind gut ausgebildete Fachkräfte gefragter denn je. Vor diesem Hintergrund führte das BIBB im Auftrag des BMBF von Oktober 2018 bis Juli 2020 das Projekt "Kompetenzanforderungen für Nachhaltigkeit in der beruflichen Bildung im Kontext der Digitalisierung" durch, dessen Ergebnisse nun vorliegen. [Download: Abschlussbericht]

Beleuchtet wurden Kompetenzanforderungen von Fachkräften in Deutschland in den Berufsfeldern Logistik, Ernährung, Textil und Tourismus anhand von betrieblichen Fallstudien. Zudem wurden am Beispiel des Gesundheitshandwerks Kompetenzen im Spannungsfeld von ethischen Aspekten und Digitalisierung analysiert.

Dabei konnten gemeinsame Anforderungen ermittelt werden, die in einen Orientierungsrahmen für Kompetenzen für Nachhaltigkeit im Kontext von Digitalisierung eingeflossen sind. So werden beispielsweise verstärkt Fachwissen und Prozessverständnis, Problemlösekompetenz, Kommunikationsfähigkeit, analytisches und vernetztes Denken sowie Reflexions- und Kritikfähigkeit benötigt.

Der erarbeitete Orientierungsrahmen kann zur Unterstützung von Ausbilderinnen und Ausbildern (für die Erarbeitung methodisch-didaktischer Beispiele zur Kompetenzentwicklung) sowie gegebenenfalls für Neuordnungsverfahren genutzt werden.