So sieht ein schwarzes Loch in echt aus

Zum ersten Mal haben Forschende eine echte Aufnahme eines Schwarzen Lochs erstellt. Hierzu hat das Team des Event Horizon Telescopes mit weltweit aufgestellten Teleskopen Messungen vorgenommen. Auch das BMBF war beteiligt.

Das Bild ist der erste direkte visuelle Nachweis eines schwarzen Lochs. Dieses besonders massereiche Exemplar steckt im Zentrum der gewaltigen Galaxie Messier 87 und wurde mit dem Event Horizon Telescope (EHT) aufgenommen.

© EHT-Kollaboration

Es ist eine astronomische Sensation: Ein Forscherteam unter deutscher Beteiligung hat erstmals ein schwarzes Loch fotografiert. Bisher gab es nur grafische Darstellungen. Die jetzt gemachten Aufnahmen haben das Potenzial, unser Verständnis des Universums zu revolutionieren. Die Aufnahme zeigt einen dunklen Kreis umhüllt von einem flammend orangeroten Lichtring.

Das schwarze Loch befindet sich in der Galaxie Messier 87 – 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Aufnahme entstand in einer groß angelegten Zusammenarbeit, die acht Teleskope rund um den Globus durch Supercomputer miteinander verbindet. Dies ermöglichte ein Bild von nie dagewesener Auflösung. Zur Verarbeitung der weltweit aufgenommenen Messungen müssen riesige Datenmengen (u.a. am Max-Planck-Institut für Radioastronomie) aus verschiedenen astronomischen Experimenten verarbeitet werden.

„Die Ergebnisse geben uns zum ersten Mal einen klaren Blick auf ein supermassives schwarzes Loch und sie markieren einen wichtigen Meilenstein für unser Verständnis der fundamentalen Prozesse, welche die Bildung und die Entwicklung von Galaxien im Universum bestimmen“, sagt Anton Zensus, Direktor am Bonner Max-Planck-Institut und Vorsitzender des EHT-Kollaborationsrats.

„Über viele Jahrzehnte konnten wir schwarze Löcher nur indirekt nachweisen“, sagte Michael Kramer, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Dann hätten Detektoren vor ein paar Jahren zum ersten Mal Gravitationswellen gemessen und die Auswirkungen von schwarzen Löchern auf die Raumzeit bei deren Verschmelzung gleichsam hörbar gemacht. „Nun können wir sie endlich auch sehen und haben die Möglichkeit, diese exotischen Objekte und deren extreme Raumzeitkrümmung mit all ihrer Faszination auf einzigartige Weise zu untersuchen“, sagt der Wissenschaftler.

Das BMBF hat das an der Entdeckung beteiligte Teleskop APEX von 2002 bis 2014 in der Verbundforschung mit insgesamt 2,8 Millionen Euro gefördert. Beteiligt waren die Ruhr-Universität Bochum und die Universität zu Köln.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat auf ihren Internetseiten einen umfangreichen Schwerpunkt zum Thema vorbereitet, unter anderem ein Interview mit Max-Planck-Direktor Anton Zensus zur Entstehung und Erforschung von schwarzen Löchern.