Neues Antibiotikum gegen resistente Erreger?

Ein Verbund aus Forschern und Unternehmern entwickelt derzeit ein Antibiotikum, das auch gegen resistente Tuberkulose-Erreger wirkt. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt im Konsortium InfectControl 2020.

Tuberkulose: Die Erkrankung befällt beim Menschen am häufigsten die Lunge. © Thinkstock

Tuberkulose gehört zu den gefährlichsten bakteriellen Infektionskrankheiten der Welt: Etwa 1,5 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an der Erkrankung – Tendenz steigend. Denn mit der zunehmenden weltweiten Vernetzung verbreiteten sich die Erreger mitunter über den gesamten Erdball. Besonders besorgniserregend: Die Verbreitung resistenter Erregerstämme, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt, nimmt deutlich zu. Gleichzeitig stagniert die Entwicklung neuer Antibiotika, da Forschung und Entwicklung für Pharmaunternehmen häufig nicht lukrativ genug sind. Das Bundesforschungsministerium unterstützt daher einen Verbund aus Wissenschaftlern und Unternehmern, die diese Lücke schließen wollen. Sie entwickeln einen neuen Wirkstoff, der jetzt in einer klinischen Studie erprobt wird.

Wirkstoff greift gezielt in Aufbauprozess der Zellwand des Bakteriums ein

BTZ043: Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich der aussichtsreiche Wirkstoff, der selbst resistenten Tuberkulose-Erregern den Garaus machen kann. Entwickelt wurde das neue Medikament von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. In der klinischen Studie, die am Tropeninstitut der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt wird, soll geprüft werden, ob Menschen den Wirkstoff vertragen. Und die Forscher sind zuversichtlich: Denn BTZ043 greift gezielt in den Aufbauprozess der Zellwand des Bakteriums ein, sodass der Wirkstoff nur den Erreger bekämpft und nicht etwa wichtige Darmbakterien.

Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation

Das BTZ-Projekt ist Teil des deutschlandweit agierenden Konsortiums InfectControl 2020, das vom Bundesforschungsministerium im Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ mit bis zu 45 Millionen Euro gefördert wird. Damit fördert das Bundesforschungsministerium innovative Lösungen für Zukunftsprobleme. Das Programm vernetzt vorhandene Akteure über ihre Region hinaus und setzt auf neuartige Formen grenzüberschreitender Kooperation – eine Erfolgsgeschichte, wie auch der innovative Tuberkulose-Wirkstoff zeigt.

Welttuberkulosetag

Am 24. März 1882 verkündete Robert Koch die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers. Ihm ist es zu verdanken, dass die Krankheit sowohl diagnostizierbar als auch behandelbar wurde. Der 24. März wurde deshalb zum Welttuberkulosetag ausgerufen.