Das müssen Sie jetzt wissen

Das BMBF stellt eine Überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingten Notlagen bereit: den KfW-Studienkredit sowie Zuschüsse für die Monate Juni-September 2020. Mehr zum KfW-Studienkredit lesen Sie in unseren FAQ.

Gastronomie in der Corona-Zeit
Raus aus dem Hörsaal, ab zur Arbeit: Zwei von drei Studierenden haben einen Studentenjob. Wer diesen Job in Zuge der Corona-Pandemie verloren hat, kann den KfW-Studienkredit beantragen, der bis Ende März 2021 zinslos gestellt bleibt © Adobe Stock / annacovic

Die Corona-Pandemie stellt viele Studierende vor finanzielle Herausforderungen, viele von ihnen haben mit finanziellen Engpässen zu kämpfen. Unterstützung bietet das bewährte BAföG, nun sind seit März auch zahlreiche Erleichterungen vorgesehen worden. Einen BAföG-Antrag zu stellen, lohnt sich daher jetzt für viele Studierende, die bislang mit einem Nebenjob genug verdient oder von ihren Eltern unterstützt wurden und deren Einkommen wegen der Corona-Situation entfallen ist. Es gibt aber auch Studierende, die die BAföG-Kriterien nicht erfüllen (z.B. Überschreiten Regelstudienzeit, Zweitstudium) – oder solche, die sich trotz Unterstützungsleistung in einer pandemiebezogenen Notlage befinden.

Für diese Studierenden hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Überbrückungshilfe geschaffen. Diese beinhaltete ursprünglich zwei Elemente: den langbewährten Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Zuschüsse für die Monate Juni-September 2020, die über die Studierendenwerke verteilt wurden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum KfW-Studienkredit

Wie funktioniert die Studienkredit-Überbrückungshilfe?

Studierende können seit dem 8. Mai bei der KfW ein bis zum 31. März 2021 zinsloses Darlehen beantragen.  Für Studierende aus EU-Mitgliedstaaten, die sich seit weniger als drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten, sowie für Studierende aus Drittstaaten gilt dies ab dem 1. Juni 2020.

Hierfür übernimmt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis zum 31. März 2021 die Zinsen für KfW-Studienkredite, die sich bis dann in der Auszahlungsphase befinden. Danach ist der dann gültige Zinssatz von den Studierenden selbst zu tragen. Das Darlehen kann je nach Bedarf bis zu einer Höhe von bis zu 650 Euro im Monat in Anspruch genommen werden und kann unbürokratisch online beantragt werden.

Die vorübergehende Zinsfreiheit des Studienkredits gilt natürlich auch für diejenigen Studierenden, die bereits derzeit einen KfW-Studienkredit in Anspruch nehmen und noch weiter ausgezahlt bekommen. Insgesamt wird den Studierenden mit dem Studienkredit voraussichtlich ein zusätzliches Finanzierungsvolumen bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung gestellt.

Welche Regeln gelten für die Rückzahlung des Studienkredits?

Es gelten die üblichen sehr flexiblen Rückzahlungsmodalitäten der KfW-Studienkredite, die individuell vereinbart und angepasst werden können.

Rahmendaten für die Rückzahlung sind: eine 6 bis 23 Monate dauernde Karenzphase, in der das Darlehen grundsätzlich verzinst wird, aber keine Tilgung erfolgen muss. In der anschließenden Tilgungsphase beträgt die Mindesttilgung 20 Euro pro Monat. Es gilt eine maximale Tilgungsdauer von 25 Jahren und das Darlehen muss spätestens bis zum 67. Lebensjahr zurückgezahlt werden.

Es besteht die Möglichkeit von Sondertilgungen, die insbesondere bei kleinvolumigen und zeitlich begrenzten Überbrückungshilfen von Interesse sind.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Wer kann die Hilfe beantragen?

Der KfW-Studienkredit steht als Überbrückungshilfe zum einen der bisherigen Empfängergruppe offen: Studierende aller staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland im Alter von 18 bis 44 Jahren, die eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • deutsche Staatsbürger mit inländischer Meldeadresse,
  • Familienangehörige eines deutschen Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • EU-Staatsbürger, die sich rechtmäßig seit mindestens drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Familienangehörige eines solchen EU-Staatsbürgers, die sich mit ihm in Deutschland aufhalten und hier gemeldet sind,
  • Bildungsinländer und in Deutschland gemeldet.

Zum anderen wird für die Überbrückungshilfe die Empfängergruppe des KfW-Studienkredits befristet erweitert. So können auch ausländische Studierende - also Angehörige von Drittstaaten und EU-Bürger, die sich seit weniger als drei Jahren in Deutschland aufhalten - das Darlehen in Anspruch nehmen, sofern sie ihren Erstwohnsitz in Deutschland haben.

Einen Vorab-Check zu den Voraussetzungen finden Sie auf den Seiten der KfW.

Wie kann der Antrag gestellt werden?

Beantragt werden kann die Überbrückungshilfe seit dem 8. Mai 2020 bei der KfW. Studierende aus EU-Mitgliedstaaten, die sich seit weniger als drei Jahren ständig in Deutschland aufhalten, sowie Studierende aus Drittstaaten können ab dem 1. Juni 2020 einen Antrag stellen. Weitere Informationen gibt es auf den Seiten der KfW unter www.kfw.de/studienkredit-coronahilfe.

Wann können Betroffene mit der Auszahlung des Geldes aus dem Studienkredit rechnen?

Die Förderung kann bei Antragstellung bis zum fünfzehnten Tag eines Monats ab dem ersten Tag des Folgemonats ausgezahlt werden.

Gibt es darüber hinaus weitere Nothilfen für Studierende?

Ja. Neben der Hilfe über die KfW wurden 100 Millionen Euro für die Monate Juni-September 2020 zur Verfügung gestellt. Über die Studierenden- und Studentenwerke vor Ort konnten Studierende, die in pandemiebedingter Notlage sind und ganz unmittelbar Hilfe benötigen, Zuschüsse beantragen.

Weitere Informationen finden Sie hier in den Richtlinien.

Additional auxiliary terms and conditions for the implementation of interim financial aid for students faced with pandemicrelated financial hardship (regulations)

Studierende an staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland konnten zur Linderung von pandemiebedingten Notlagen bis zum 30. September 2020 eine Überbrückungshilfe in Form eines Zuschusses beim regional zuständigen Studierenden- bzw. Studentenwerk beantragen. Diese Hilfe war Teil eines großen Pakets des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Unterstützung von Studierenden.

Die Regelungen zur Beantragung der inzwischen ausgesetzten Überbrückungshilfe (Zuschuss) finden Sie hier. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Michael Meister, stellt fest: „Mit dieser Nothilfe hat sich der Bund in der coronabedingten Ausnahmesituation der Belange der Studierenden angenommen und das Erforderliche getan, um unbürokratisch, schnell und wirksam zu helfen. Wir werden die Lage der Studierenden in den nächsten Monaten weiter beobachten.“