Karliczek: "Wir haben geliefert!"

Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause hat der Deutsche Bundestag über den Bericht der Bundesregierung zur Hightech-Strategie 2025 beraten. Noch nie wurde demnach in Deutschland so viel geforscht und entwickelt wie heute. 

Bundesministerin Anja Karliczek in der Debatte zur Hightech-Strategie.
Bundesministerin Anja Karliczek in der Debatte zur Hightech-Strategie. © BMNF/Hans-Joacim Rickel

"Wir haben geliefert", bilanzierte Forschungsministerin Anja Karliczek im Plenum die Arbeit des BMBF in den letzten vier Jahren. Doch zum Ausruhen sei - auch mit Blick auf die Hightech-Strategie 2025 - bei weitem keine Zeit. "Wir müssen jetzt die Chance ergreifen, Spitzenreiter bei Zukunftsthemen zu werden. Ob Wasserstoff, Quantentechnologie oder KI."

Die komplette Rede im Wortlaut lesen Sie hier:

"Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Deutschland ist Innovationsland und soll es auch bleiben. Diesem Ziel hat sich die Bundesregierung verpflichtet. Und, meine Damen und Herren, wir haben geliefert.

Erstens. Wir sind dem für 2025 anvisierten 3,5-Prozent-Ziel für Forschung und Entwicklung in dieser Legislaturperiode deutlich näher gekommen.

Zweitens. Wir haben eine klare Priorität auf Zukunftsthemen und -technologien gesetzt. Die Forschungsprogramme für Mikroelektronik, Quantentechnologien, zur künstlichen Intelligenz und die Nationale Wasserstoffstrategie sind hier nur einige wenige Beispiele.

Drittens. Wir haben unser Innovationssystem zielgerichtet erweitert. Die lang geforderte steuerliche Forschungsförderung ist eingeführt und eine Agentur für Sprunginnovationen auf den Weg gebracht.

Viertens. Wir haben die Digitalkompetenzen in allen Ausbildungsbereichen gefördert. Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind als Lehrinhalte zukünftig für alle Auszubildenden selbstverständlich, egal ob sie Maurer oder Mechatroniker werden. Und auch der nationale Digitale Bildungsraum ist auf dem Weg. All das sind klare Erfolge unserer Hightech-Strategie.

Die Coronakrise hat an manchen Stellen sehr deutlich gezeigt, wie leistungsfähig unser Forschungs- und Innovationssystem ist. Woher kam denn der erste PCR-Test, woher der erste in Europa zugelassene Impfstoff? - Aus Deutschland.

Ob Gesundheit oder Klimaschutz, ob Energie oder Mobilität, ob Zukunft der Wertschöpfung oder Sicherheit - wir haben es in der Hand, zu gestalten: für Freiheit und technologische Souveränität.

Ein gutes Beispiel an dieser Stelle ist die IT-Sicherheit. Drei deutsche Kompetenzzentren nehmen internationale Spitzenpositionen ein. Das Helmholtz- Zentrum für Informationssicherheit, CISPA, steht sogar seit Ende letzten Jahres im Computer Science Ranking weltweit auf Platz eins beim Thema Sicherheit.

Dazu kommen weitere Institute, erfolgreiche Projekte oder auch Ausgründungen zur IT-Sicherheit. Mit unserem neuen Forschungsrahmenprogramm zur IT-Sicherheit nehmen wir jetzt neue Ziele in den Blick und erklimmen eine neue Stufe. Wir erschließen neue Felder der Wertschöpfung, zum Beispiel durch unsere führende Rolle in der Quantenkommunikation.

Wir setzen neue Maßstäbe in der IT-Sicherheit, damit niemand im Smarthome unbefugt ein Gespräch aufzeichnen kann, damit vernetzte Maschinen im Industrial Internet of Things sicher arbeiten und damit die Strom-und Wasserversorgung immer reibungslos funktioniert.

Ein starker Staat in der digitalen Welt ist technologisch auf der Höhe der Zeit. - Das muss uns gelingen; denn auf diese Weise schaffen wir Vertrauen, und genau dieses Vertrauen brauchen wir; Vertrauen in neue Technologien. Nur dann wird es uns gelingen, Innovationen zu etablieren, ja, am Ende auch ein modernes Land zu bleiben. Der Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgerschaft ist in diesen Zeiten existenziell. Wir brauchen Offenheit und Akzeptanz für eine Transformation, die schon in vollem Gange ist.

Spitzenpositionen in Zukunftsthemen, das ist doch unser gemeinsames Ziel: beim Wasserstoff, bei den Quantentechnologien oder auch bei der künstlichen Intelligenz. Das Zukunftspaket, das wir im letzten Jahr geschnürt haben, setzt genau an dieser Stelle an. Zum Ausruhen ist keine Zeit. Machen wir doch einfach weiter!"